Falling Skye


Dystopie, Jugendroman

von Lina Frisch aus dem Coppenrath Verlag // Rezensionsexemplar // 

Bauchgefühl oder das was der Kopf sagt?

„Liebe ist nicht logisch. Liebe lässt sich nicht in die Richtung lenken, die wir uns aussuchen. Liebe ist nicht rational.“

Die ehemaligen USA wurden nach einer Katastrophe zu den Gläsernen Nationen. Die Menschen werden nun eingeteilt in Rationale und Emotionale – die, die ihre Gefühle an die erste Stelle setzen, und die, die immer rational handeln und ihre Gefühle auch in den Hintergrund stellen. Rationale sind häufig in Führungspositionen, Emotionale sind z.B. Erzieher. Skye wird zu ihrer Bestimmung gerufen und sie ist sich sicher: Sie wird eine Rationale, damit sie die angesehene Cremonte-Universität besuchen kann. Doch die Tests sind härter und schockierender als sie annahm und zu Allem Überfluss verschwinden einige der anderen Mädchen, die im Ranking weit unten stehen. Und so beginnt Skye zu hinterfragen…

 

Handelst du eher aus dem Bauch heraus? Oder bestimmt dein Kopf? Gibst du deinen Gefühlen Macht? Oder stellst du sie für die richtigen Zwecke hinten an? Skye steht auf der rationalen Seite, ebenso wie ihr Vater und ihr bester Freund Elias. Dabei ist Skye nicht direkt skrupellos oder gefühlskalt, sondern geht einfach bewusster und nachdenklicher Probleme an. Im Verlaufe des Buches entwickelt sie sich aber und hinterfragt auch mehr, statt alles naiv hinzunehmen. Ihre Blindheit gegenüber bestimmter Punkte der Politik passte zur Geschichte und zu Skyes Hintergrund, sodass ich es verstehen kann und sinnvoll finde, sie so zu schreiben, wenn ich auch manchmal genervt davon war. Elias ist für mich einfach nur verblendet und furchtbar, machen wir das kurz und knapp 😀 Im Allgemeinen empfinde ich die Figuren als eher einseitig und flach, da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.

Die Thematik des Buches ist sehr spannend und erinnert mich manchmal an Die Bestimmung. Anfangs war ich richtig begeistert, dann kamen aber leider meine Schwierigkeiten. Mir sind viele Logiklöcher aufgefallen und vieles ging mir einfach zu glatt von statten. Es gab kaum Überraschungen und ich wusste eigentlich von Beginn an, wie es ausgeht. Das finde ich extrem schade, weil sowohl die Autorin als auch die Geschichte wirklich Potenzial haben. Doch immer wieder sind mir unsinnige Reaktionen, Plottwists, die ich schon habe kommen sehen, und unlogische Situationen sauer aufgestoßen. Mir fehlt einfach dieser BOOM-Effekt und die Komplexität. Zum Ende hin kommt zwar noch eine eher unerwartete Wendung, aber die konnte mich leider gar nicht überzeugen (Das ist aber definitiv Geschmackssache!).

Was mich auch sehr stört, ist die Lovestory. Viel zu schnell und nicht gefühlvoll genug für meinen Geschmack. Das konnte ich dann irgendwann nicht mehr richtig ernst nehmen, weil es sich so erzwungen anfühlte. Generell fehlen mir oft die Emotionen (denn ich bin eher eine Emotionale 😀 ). Als etwas Schlimmes passierte, war das eher so: „Ach blöd, dass das passiert ist. Schockierend… Hm, ja, egal weiter gehts.“ Und während ich noch immer baff war, ging dann alles einfach weiter.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich das Buch aber sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, die Kapitel haben eine passende Länge und der Grundgedanke ist wirklich interessant. Deshalb konnte ich das Buch zügig lesen und fand es auch nicht langatmig.

Meine Lieblingsfigur? Luce, mein Sonnenschein. Sympathischste Figur, die für mich oft am logischsten handelt. „Oft“, weil es auch eine Situation gab, in der ich vollkommen verwirrt war, weil ich ihre Reaktion überhaupt nicht verstanden habe. Aber das kam eben des Öfteren mal vor 😀


Fazit

Eine interessante Idee und Geschichte, die leider ihre Schwachstellen hat. Lässt man sich einfach berieseln, dann ist das Buch fantastisch. Wer aber gern Bücher zerdenkt, so wie ich das nun mal gern tue, der wird wie ich auf einige Unstimmigkeiten stoßen. Aber er wird hoffentlich auch wie ich trotzdem viel Freunde an dem Buch finden.

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